Bava Metzia 206

Kapitel 206

א בזמורות ובקנים ושניהם מספקין את הקנים:
1 R<small>ANKEN UND</small> S<small>TÄBE</small>. B<small>EIDE MÜSSEN DIE</small> S<small>TÄBE LIEFERN</small>.
ב <big><strong>גמ׳</strong></big> תנא מקום שנהגו לקצור אינו רשאי לעקור לעקור אינו רשאי לקצור ושניהם מעכבין זה על זה
2 GEMARA. Es wird gelehrt: Wo es üblich ist, [die Halme] zu mähen, darf er sie nicht entwurzeln, sie zu entwurzeln, darf er sie nicht mähen, und beide können dies einander verwehren.
ג לקצור אינו רשאי לעקור האי אמר בעינא דתתבן לי ארעאי והאי אמר לא מצינא לעקור אינו רשאי לקצור האי אמר בעינא דתינקר ארעאי והאי אמר בעינא תיבנא
3 Wenn zu mähen, so darf er nicht entwurzeln, denn der eine kann sagen, er wolle, daß sein Grundstück bestoppelt bleibe, und der andere kann sagen, er wolle nicht [entwurzeln]. Wenn zu entwurzeln, so darf er sie nicht mähen, denn der eine kann sagen, er wolle sein Grundstück rein haben, und der andere kann sagen, er wolle die Stoppeln haben. —
ד ושניהם מעכבין זה על זה למה לי מה טעם קאמר מה טעם לקצור אינו רשאי לעקור לעקור אינו רשאי לקצור משום דשניהם מעכבין זה על זה:
4 Wozu heißt es, beide können dies einander verwehren? — Dies ist eine Begründung; aus welchem Grunde darf er, wo es zu mähen üblich ist, nicht entwurzeln, zu entwurzeln, nicht mähen? Weil beide einander dies verwehren können.
ה לחרוש אחריו יחרוש: פשיטא לא צריכא באתרא דלא מנכשי ואזל איהו ונכיש מהו דתימא אמר ליה האי דנכישנא אדעתא דלא כריבנא לה קמ"ל דאיבעי ליה לפרושי ליה:
5 N<small>ACHHER ZU PFLÜGEN, ES NACHHER PFLÜGEN</small>. Selbstverständlich!? — In dem Falle, wenn er in einer Ortschaft, wo es zu jäten nicht üblich ist, gejätet hat; man könnte glauben, er könne zu ihm sagen, er habe deshalb gejätet, um nicht nachpflügen zu brauchen, so lehrt er uns, daß er es ihm ausdrücklich sagen müßte.
ו הכל כמנהג המדינה: הכל לאתויי מאי לאתויי הא דת"ר מקום שנהגו להשכיר אילנות על גבי קרקע משכירין מקום שאין נהגו להשכיר אין משכירין
6 A<small>LLES NACH DEM</small> L<small>ANDESBRAUCHE</small>. Was schließt das ‘alles’ ein? — Dies schließt folgende Lehre der Rabbanan ein: In Orten, wo es üblich ist, die Bäume mit den Feldern mitzuverpachten, sind sie mit verpachtet, und wo es üblich ist, sie nicht mitzuverpachten, sind sie nicht mitverpachtet. —
ז מקום שנהגו להשכיר משכירין פשיטא לא צריכא דכ"ע יהבי בתילתא ואזל איהו ויהביה בריבעא מהו דתימא דאמר ליה האי דבצרי לך אדעתא דלא יהיבנא לך באילנות קמ"ל דאיבעי ליה לפרושי ליה:
7 Selbstverständlich! — In dem Falle, wenn alle Welt für ein Drittelverpachtet, und er es für ein Viertel verpachtet hat; man könnte glauben, er könne zu ihm sagen: ich habe es dir billiger abgegeben in der Voraussetzung, daß du von den Bäumen nichts erhältst, so lehrt er uns, daß er es ihm ausdrücklich sagen müßte.
ח מקום שנהגו שלא להשכיר אין משכירין: פשיטא לא צריכא דכ"ע מקבלי בריבעא ואזל איהו וקיבלה בתילתא מהו דתימא א"ל האי דטפאי לך אדעתא דיהבת לי באילנות קמ"ל דאיבעי ליה לפרושי ליה:
8 «Wo es üblich ist, sie nicht mitzuverpachten, sind sie nicht mitverpachtet.» Selbstverständlich!? — In dem Falle, wenn alle Welt für ein Viertel pachtet und er es für ein Drittel gepachtet hat; man könnte glauben, er könne zu ihm sagen: ich habe dir mehr gegeben in der Voraussetzung, daß du mich auch [am Ertrage] der Bäume beteiligst, so lehrt er uns, daß er es ihm ausdrücklich sagen müßte.
ט כשם שחולקין בתבואה כך חולקין בתבן ובקש: אמר רב יוסף בבבל נהיגו דלא יהיבי תיבנא לאריסא למאי נפקא מינה דאי איכא איניש דיהיב עין יפה הוא ולא גמרינן מיניה
9 W<small>IE SIE DAS</small> G<small>ETREIDE TEILEN, SO TEILEN SIE AUCH</small> S<small>TROH UND</small> S<small>TOPPELN</small>. R. Joseph sagte: In Babylonien ist es üblich, dem Pächter vom Stroh nichts zu geben. — In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? — Wenn jemand vorhanden ist, der es ihm gibt, so ist dies eine Zuvorkommenheit, und man braucht sich nach ihm nicht zu richten.
י אמר רב יוסף בוכרא וטפתא וארכבתא וקני דחיזרא דבעל הבית וחיזרא גופיה דאריסא כללא דמילתא כל עיקר בלמא דבעל הבית נטירותא יתירתא דאריסא ואמר רב יוסף מרא וזבילא ודוולא וזרנוקא דבעל הבית אריסא עביד בי יאורי:
10 R. Joseph sagte: Die erste, die mittelste und die oberste Erdschicht und die Dornenpfählemuß der Hausherr und die Dornen selber der Pächter liefern. Die Regel hierbei ist: der Hauptschutz obliegt dem Hausherrn, die sorgfältige Bewachung dem Pächter. Ferner sagte R. Joseph: Schaufel, Spaten, Eimer und Schlauch muß der Hausherr liefern, und der Pächter muß die Graben ziehen.
יא כשם שחולקין ביין כך חולקין בזמורות ובקנים: קנים מאי עבידתייהו אמרי דבי רבי ינאי קנים המוחלקין שבהן מעמידין את הגפנים:
11 W<small>IE SIE DEN</small> W<small>EIN TEILEN, SO TEILEN SIE AUCH</small> R<small>ANKEN UND</small> S<small>TÄBE</small>. Welche Stäbe kommen hier in Betracht!? In der Schule R. Jannajs erklärten sie: Es sind die geglätteten Stäbe, auf die die Weinstöcke gestützt werden.
יב ושניהם מספקין את הקנים: למה לי מה טעם קאמר מה טעם שניהם חולקין בקנים משום דשניהם מספקין את הקנים:
12 B<small>EIDE MÜSSEN DIE</small> S<small>TÄBE LIEFERN</small>. Wozu ist dies nötig!? — Dies ist eine Begründung: weshalb teilen sie die Stäbe? Weil beide die Stäbe liefern müssen.
יג <big><strong>מתני׳</strong></big> המקבל שדה מחבירו והיא בית השלחין או בית האילן יבש המעין ונקצץ האילן אינו מנכה לו מן חכורו אם אמר לו חכור לי שדה בית השלחין זו או שדה בית האילן זה יבש המעין ונקצץ האילן מנכה לו מן חכורו:
13 <b>W</b><small>ENN JEMAND VON SEINEM</small> N<small>ÄCHSTEN EIN</small> F<small>ELD</small> [<small>IN</small> P<small>ACHT</small>] <small>ÜBERNOMMEN HAT, UND ES EIN</small> R<small>IESELFELD</small><small>ODER EIN</small> B<small>AUMFELD</small><small>IST, SO KANN ER IHM, WENN DIE</small> Q<small>UELLE AUSTROCKNET ODER DER</small> B<small>AUM GEFÄLLT WIRD, NICHTS VON DER</small> P<small>ACHT ABZIEHEN</small>. W<small>ENN ER ABER GESAGT HATTE: VERPACHTE MIR DIESES</small> R<small>IESELFELD, ODER: DIESES</small> B<small>AUMFELD, SO KANN ER IHM, WENN DIE</small> Q<small>UELLE AUSTROCKNET ODER DER</small> B<small>AUM GEFÄLLT WIRD, VON DER</small> P<small>ACHT ABZIEHEN</small>.
יד <big><strong>גמ׳</strong></big> היכי דמי אילימא דיבש נהרא רבה אמאי אינו מנכה לו מן חכורו נימא ליה מכת מדינה היא אמר רב פפא דיבש נהרא זוטא דאמר ליה
14 GEMARA. In welchem Falle: wollte man sagen, wenn der Hauptfluß ausgetrocknet ist, weshalb kann er ihm von der Pacht nichts abziehen, er kann ja zu ihm sagen: dies ist eine Landesplage!? R. Papa erwiderte: Wenn der kleine Flußausgetrocknet ist; jener kann zu ihm sagen: